Literatur Gustav-Regler-Literaturpreis für zwei Luxemburger Autoren

Am Sonntag wurde in Merzig, bei unseren Nachbarn im Saarland, der Gustav-Regler-Literaturpreis sowie der Förderpreis verliehen. Mit dem Preis werden alle drei Jahre herausragende Autor:innen geehrt, die im Sinne Gustav Reglers arbeiten. Der Preis ging an zwei Luxemburger, an Guy Helminger und an Bernd Marcel Gonner. Das war zwar schon 2020 bekannt geworden, aber hatte sich coronabedingt immer wieder verschoben.

Jana Bohlmann / rb

Guy Helminger
Der Autor Guy Helminger. Foto: Archiv,

"Lieber Herr Gonner, lieber Herr Helminger, es gab in der Geschichte noch nie Preisträger, die so lange auf ihren Preis warten mussten."

So begrüßte der Bürgermeister der Stadt Merzig, Markus Hoffeld, zu Beginn die beiden Preisträger, die nach so langem Warten heute endlich in Präsenz ihre Preise entgegennehmen durften. Eine ganz besondere Ehre für Guy Helminger, der mit dem mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein literarisches Werk ausgezeichnet wurde.

Texte, die zum Umdenken anregen

Mehr als 20 Bücher hat Guy Helminger bereits veröffentlicht, schreibt aber auch Hörspiele und Theaterstücke. Immer wieder beschäftigt er sich in seinen Arbeiten mit Flucht, Krieg und Migration und reflektiert die großen Probleme unserer Zeit.

"Ich bin ein politischer Autor und ich bin jemand, der doch versucht die Verhältnisse durch das wenige, was er kann, nämlich durch Sprache einfach ein bisschen so aufzublättern, dass vielleicht der eine oder andere das Ganze nochmal durchdenkt und dementsprechend auch vielleicht auch über Emotionalität, weil es einen affiziert, was man liest dadurch dann vielleicht der ein oder andere dazu kommt, dass er Dinge ein bisschen anders sieht."

Und auch in seiner Dankesrede spielte die politische Literatur eine Rolle.

"Die Wahl des Wortes greift existenziell in unser Dasein ein. Das wusste natürlich auch Gustav Regler, der mit seinen Romanen ein sprachliches und ethisches Gegengewicht zu den Herrschaftsverhältnissen seiner Zeit schaffte und das scheint mir auch heute eine Aufgabe der Literatur zu sein."

Die Jury des Regler-Preises hob in ihrer Begründung vor allem den politischen Aspekt von Guy Helmingers Arbeit hervor. Er lege politische Konstellationen offen und beschäftige sich in dem Zusammenhang auch damit, wie sich Politik hinter Sprache versteckt.

Förderpreis für Bernd Marcel Gonner

Bernd Marcel Gonner wurde für seine Prosa-Collage "Transitverkehr" mit dem 4000 Euro dotierten Förderpreis des Saarländischen Rundfunks ausgezeichnet. Es ist ein dichter, experimenteller Text, für den der Luxemburger geehrt wird.

"Ich erzähle die Geschichte vom Lautwerden und Schweigen. Es ist die Geschichte, wie ich mich einmische in die Welt. Es ist die Geschichte wie weit lautwerden trägt und wann es sinnvoll ist zu schweigen und stillzuwerden, weil das Lautwerden nichts mehr nützt und ich erzähle natürlich auch die Abgründe vom Schweigen, das zur falschen Zeit kommt."

Die Jury hob vor allem die Einzigartigkeit des Textes, sowohl auf inhaltlicher sowie auch auf stilistischer Ebene, hervor. Jury-Mitglied Claude Kontor, Leiter der Nationalbibliothek in Luxemburg, fügt abschließend hinzu:

"Ich glaube, es ist der Geist von Gustav Regler, der diesen Text auch inspiriert hat und das glaube ich, ist auch wichtig für einen Förderpreis, dass es nicht nur eine gute Literatur ist, das ist eine erste Voraussetzung, sondern es ist eben auch der Förderpreis des Gustav-Regler-Preises ist. Und wir wollen ja auch an Gustav Regler erinnern und dieser Preis dient dazu neue Texte, neue Autoren zu entdecken und immer wieder an den Namensgeber zu erinnern."

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